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Nationales Naturreservat SOOS

17.07.2018
Nationales Naturreservat SOOS
Es ist eines der bedeutendsten Naturreservate Tschechiens und gleichzeitig ein einzigartiges Gebiet mit europaweiter Bedeutung.

Im deutschen Egerländer Dialekt bezeichnet das Wort Soos ein „Moor“. Bereits der Name deutet darauf hin, was für dieses Gebiet typisch ist. 

Das Reservat besteht aus weitläufigem Moorland, Mineralmoor mit zahlreichen Mineralwasserquellen und Kohlendioxid-Entgasungen (CO2), ausgedehnten Wasserflächen und zierlichen Wasserläufen.

Direkt auf dem Boden des ausgetrockneten Salzsees führt ein Lehrpfad. Der Spaziergang dauert ungefähr zwei Stunden, auf dem 1,2 Kilometer langen Pfad können Sie allerdings den ganzen Tag verbringen. Es gibt wirklich viel zu sehen, zu fotografieren und zu beobachten.

Die Infotafeln entlang des Pfades führen Sie durch die Entwicklung der geologischen Tätigkeit, welche hier über Jahre stattgefunden hat und immer noch stattfindet. Sie erfahren vieles über das Soos-Becken, Mofetten, Fauna im Reservat u.v.m.

Im Zentralteil des Reservats treffen Sie auf europäisches Unikat – s.g. Kieselgur-Sattel – eine bedeutende Lagerstätte von Kieselgur, gesättigt mit Mineralsalzen. Wo kommt die Kieselgur her? Es sind die Überreste von Algen und Kieselalgen, die im hiesigen See einst lebten. Im Laufe der Zeit bildeten sie eine fast 7 Meter dicke Kieselgur-Schicht, welche in Europa als Unikat gilt.

Heute ist aus dem ehemaligen See ein weitläufiges Moorland und Salzwiese mit zahlreichen kleinen Kratern, aus welchen Kohlendioxid auf die Erdoberfläche entweicht. In der Trockenzeit ist aus den trichterförmigen Mulden, den s.g. Mofetten, ein lautes Zischen des zu entweichenden Gases zu hören, beim genügenden Wasserspiegel blubbert darin das Salzwasser und Schlamm. Dieses Ereignis entsteht durch die abklingende vulkanische Aktivität.

Das Reservat Soos ist sonderbare Landschaft, zerfurcht durch Erosion und ist von einer weißen und gelben Ablagerungsschicht aus Mineralsalzen bedeckt. Trotz dieser Besonderheit gedeihen im Reservat viele Moor- und Salzwiesenpflanzen. Einige Arten würde man jedoch eher an der Meerküste erwarten.
Das Reservat ist ein Paradies für die Wasservögel und Amphibien, wovon viele unter Naturschutz stehen.

Soos ist nicht ganzjährig geöffnet, lediglich von Mitte März bis Mitte November.

Schaffen Sie es noch heuer im Herbst oder planen Sie Ihre Reise erst für den nächsten Frühling?